Das Parfum – Inhaltsangabe über den Duft und die Filmgeschichte

Juni 13, 2009 by  
Filed under Das Parfum - Der Roman

Patrick Süskinds erster Roman „Das Parfum“, erzählt die schreckliche Geschichte von Jean-Baptiste Grenouille, einem Waisen der im Jahre 1738 in Paris geboren wurde. Als dessen herrenloser Körper im Müll gefunden wird, bringt man ihn in ein Waisenhaus, wo jeder, der mit ihm in Kontakt tritt, etwas abstoßenden an ihm findet. Read more

Kritik am Roman

Juni 12, 2009 by  
Filed under Das Parfum - Der Roman

Mit der Veröffentlichung 1985 waren neben den meisten Lesern auch die Kritiker begeistert. Allerdings gibt es auch einiges an negativen Kritiken. Nachfolgend möchten wir Ihnen gern einige Zitate aus Rezensionen vorstellen.

Des Mörders betörender Duft, am 02.03.1985 in der FAZ erschienen, Autor: Marcel Reich-Ranicki

“Also das gibt es immer noch oder schon wieder: einen deutschen Schriftsteller, der des Deutschen mächtig ist. (…)
Aber des Lebens ungemischte Freude wird uns Lesern der zeitgenössischen deutschen Romane nur sehr selten zuteil. Wer die erste Hälfte dieses Buches geradezu mit roten Backen zur Kenntnis genommen hat, der muß später einige Enttäuschungen in Kauf nehmen. (…) In dieser zweiten Hälfte mutet Süskinds Prosa ein wenig epigonal an. Aber wen ahmt er nach? Keinen unteren als sich selber. Er wiederholt sich. Und warum, ist ihm etwa die Puste ausgegangen? Ich glaube, es gibt da noch einen anderen, vielleicht triftigeren Grund. Die Biographie des Mannes mit der einzigartigen Witterung ist zwar von Anfang an als Gleichnis angelegt, doch sind die parabolischen Elemente vorerst noch dezent: Es triumphiert immer wieder das artistische Temperament eines Erzählers, dem es Spaß macht, den Lesern allerlei vorzuflunkern und sie damit vorzüglich zu unterhalten. Nachher hingegen ist es umgekehrt, Süskind bemüht sich jetzt in wachsendem Maße um den gleichnishaften Charakter seiner Geschichte. Dieser wird tatsächlich immer deutlicher – und leider auch immer aufdringlicher. So paradox dies auch anmuten mag: Wo er dem Spieltrieb nachgibt, da gerade hat seine Prosa Gewicht, wo er aber um den tieferen Sinn seines Buches besorgt ist, da wird es oberflächlicher und auch artifizieller. (…)
Jedenfalls ist es schön, endlich einmal feststellen zu können: Unsere Literatur hat ein Talent mehr – und ein erstaunliches obendrein.”

Ein Stänkerer gegen die Deo-Zeit, am 04.03.1985 im Spiegel (Nr. 10) erschienen, Autor: Michael Fischer

“(…) Süskind, ein milder Epigone, schreibt sein Buch im Duktus traditioneller Autoren, mit der Kraft fast vergessener Worte, ein erfreulicher Anachronismus im modischen literarischen Bla-Bla. Als ironischer Erzähler tritt er immer wieder aus den Zeilen heraus, nimmt den Leser bei der Hand und führt ihn naseweis durch seinen duften Garten der Genrüche. Autor wie Leser suhlen sich in der dicken Luft der Düfte.
In unserer Zeit, wo ‚sämtliche Gerüche zum Schweigen gebracht wurden’, (Corbin), hat Süskind die irdischen Elemente Gestank, Schmutz, Schweiß und Scheiße wieder zum Dampfen gebracht. Sein Buch ist eine Reise zurück zu den animalischen Instinkten und eine Stänkerei gegen die moderne Deo-Zeit.”

Das Scheusal als Romanheld, am 15.03.1985 in der neuen Züricher Zeitung erschienen, Autor: Beatrice von Matt

“(…) Es handelt sich hier um ein Stück von teilweise überaus handfertig hergerichteter Spektakelliteratur. Da werden ungehemmt alle nur denkbaren Reize eingesetzt. Der Reiz eben des Monströsen, der ausgefallenen Triebstruktur. (…) Der Reiz des historisch Exotischen kommt sodann zum Spielen. (…)
Heinrich Heine hat das Bedürfnis, das sich gegen Spiessbürgerei und Langeweile regen kann, ein Bedürfnis, dem dieser pikareske Roman entgegenkommt, im Gedicht ‚Anno 1829′ formuliert: ‚O dass ich große Laster sah / Verbrechen, blutig, kolossal – / Nur diese glatte Tugend nicht / Und zahlungsfähige Moral!’
Schon einige Zeit versuchen Schriftsteller auf solchen Lesehunger zu reagieren – es ist im übrigen einer, von dem sich die Romanliteratur als Gattung seit je genährt hat. Die Alltagsmiseren haben die künstlerische Anziehungskraft, den Unterhaltungswert eingebüsst, so gut wie die wehleidigen Innenansichten. (…) Süskind – ohne Zweifel hochbegabt, aber unvergleichlich eindimensionaler, einspuriger als Grass, aus dessen ‚Blechtrommel’ er tüchtig gelernt zu haben scheint – versteht sich auf die nötigen Zugaben von Trivialität. Zur Geschichte der angesprochenen Epoche etwa in Paris erfährt man herzlich wenig – einige historische Lokalitäten und Vokabeln genügen, wie in einem Kostümfilm, der ja auch Exotik und nicht Zeitanalyse einbringen will. (…)”

Viel Flottheit und Phantasie, am 28.03.1985 in der Süddeutschen Zeitung erschienen, Autor: Joachim Kaiser

“(…) Ein Roman, der im einzelnen locker, phantasievoll und unbekümmert erzählt, sich dabei aber nicht nur auf irgendwelche grausig-schelmenhaften Absonderlichkeiten, sondern auf große, gewichtige, kollektive Handlungsmuster zwischen Künstler-Roman und antiken Verblendungs-Zusammenhängen bezieht – ein solcher Roman scheint doch geradezu vorbildlich, ja idealtypisch gelungen? Leider nicht ganz (…) Die Mythen schnurren zusammen zu Anekdoten. Zwischen konkreten Schilderungen und riesigen Bedeutungen bleiben die Lücken gar zu groß, und in der schrägen Perspektive eines schwarzen Schelmen-Romans wird Menschliches oder Verbindliches immer nur momentweise sichtbar. (…)
Fazit: Die Idee des Buches ließe sich eventuell mit der Kraft des Grass’schen ‚Blechtrommel’-Entwurfs vergleichen, aber gewiß nicht die Durchführung und die literarische Entfaltung. Medien-Erfahrung (auch Faulkner schrieb für Hollywood) muß nichts unbedingt Verwerfliches sein. Doch so wie Gebrauchsgraphik dem Kunst-Stil schadet, so bedeutet Fernsehspiel-Routine für Prosa zumindest eine Gefahr, vor welcher dieser hoch begabte und einfallsreiche Autor herzlich gewarnt sei.”

Inhaltsangabe – Das Parfum

Anmerkung: Hier wird der komplette Inhalt des “Parfums” verraten. Falls Sie den Roman selbst lesen möchten (was sehr zu empfehlen ist) sollten Sie die Inhaltsangabe nicht lesen, da sonst jegliche Spannung genommen wird.

Der fiktive Roman, ” Das Parfum, Die Geschichte eines Mörders” erzählt von dem, im Paris des 18. Jahrhunderts geborenen, Jean-Baptist Grenouille. Begabt mit einem übernatürlichen Geruchsinn, besitzt er selbst keinen Körpergeruch. Er verabscheut die Menschen, da alles was für ihn zählt, die olfaktorische (“geruchliche”) Welt darstellt. Als unehelicher Sohn einer Fischverkäuferin kommt er, am “allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs”*, zur Welt.

In Seiner Jugend sammelt er alle Gerüche in seinem Kopf die ihm unter die Nase kommen und entdeckt so den absoluten Duft, der ihn ab jetzt nicht mehr los läst, den einer besonderen, jungen Frau. Er tötet sie und saugt ihren unwiderstehlichen Geruch auf. Nach dem er als Arbeiter in einer Gerberei ausgebeutet wurde, gelingt es ihm von dem Parfumier, Baldini, der sein Talent erkennt, entdeckt zu werden. Sein perfekter Geruchsinn macht es ihm möglich, für Baldini, die besten Parfums Frankreichs zu kreieren. Von Baldini erlangt er das Fachwissen eines Parfumiers. Unter anderem lernt er, wie man den Stoffen ihren Geruch entziehen kann.

Als er gelernt hat, was Baldini ihm beibringen konnte, macht er sich auf in die “Parfumhauptstadt” Grasse, um dort sein Wissen zu vervollständigen. Auf dem Weg dort hin wird ihm der Menschengeruch zuwider, so dass er beschließt am Menschenfernsten Punkt, auf einem Berg zu bleiben, auf dem er sich in Gedanken eine Geruchswelt erschafft. Nach sieben Jahren in seiner Höhle erkennt er, dass er in seiner olfaktorischen Welt, die für ihn alles bedeutet, nicht existiert, dar er selbst keinen Geruch ausströmt.

Mit dieser Erkenntnis Verlässt Grenouille, völlig verwildert, sein Versteck und gelangt zum Marquis de la Taillade-Espinasse. Der sieht in Grenouille den lebenden Beweis seiner Theorie, dass ein Leben in Bodennähe ungesund sei und “kultiviert” Grenouille wider. Dieser mischt ein “Parfum”, das ihn wie einen normalen Menschen riechen lässt. Nach erfolgreicher Erprobung, stellt er fest, dass er Menschen durch Gerüche manipulieren kann und beschließt das ultimative Parfum zu erschaffen, um sie zu beherrschen.

Nachdem er nun nach Grasse gekommen war, nahm er erneut den Geruch einer jungen Frau auf, die ebenso wie die in Paris, den ultimativen Duft besitzt. Während er sein Wissen über die Gewinnung von Düften perfektioniert und nun auch den Geruch eines Menschen konservieren kann, beschließt er mit dem Geruch der wahrgenommenen Frau das perfekte Parfum herzustellen. Als Basis dieses Meisterwerks sollen ihm 24 Jungfrauen dienen, die er in der folgenden Zeit tötet und ihren Geruch haltbar macht. Als sein Werk getan ist lässt er sich von der Polizei (als 25facher Mörder) verhaften. Kurz vor seiner Geplanten Hinrichtung, zu der hunderte Menschen erscheinen, betröpfelt er sich mit seinem neuen Parfum.

Dies hat zu Folge, dass ihn jetzt nicht nur jeder für unschuldig hält, sondern, dass sie ihn alle Lieben. Die Wirkung des Parfums reduziert die Menschen auf ihre tierischen Triebe und so entwickelt sich die Hinrichtung zu einer Massenorgie. Angewidert wird sich Grenouille erneut seinem Hass, den er für die Menschen empfindet bewusst und möchte, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht. Sein Parfum macht das allerdings unmöglich. Grenouille ist des Lebens überdrüssig, er möchte sterben.

Er begibt sich zurück nach Paris, genauer, zum Ort seiner Geburt. Dies ist nachts ein Treffpunkt für Kriminelle. Grenouille begießt sich mit der restlichen Flasche des Parfums, die Meute beginnt ihn so sehr zu lieben, dass jeder ein Stück von ihm besitzen möchte und sie über ihn herfallen und auffressen. “Sie hatten zum ersten Mal etwas aus Liebe getan”*

* Zitate und Quelle der Zusammenfassung stammen aus: Das Parfum, Die Geschichte eines Mörders, Diogenes Verlag

Weitere Inhaltsangaben bzw. eine Inhaltsangabe über den Film “Das Parfum” oder das gleichnamige Buch für Referate oder Hausaufgaben sowie Abiturvorbereitung können Sie hier finden:

Unser herzlicher Dank geht an Jochen Kost, ehemaliger Betreiber und Inhaber von Parfum-Fan.de.
Jochen Kost hat uns erlaubt diese ausführliche Inhaltsangabe an dieser Stelle weiter zu verwenden. Danke!

Patrick Süskind

Juni 10, 2009 by  
Filed under Das Parfum - Der Roman

Über den Autor des Romanes Das Parfum, ist wenig bekannt. Patrick Süskind lebt zurückgezogen, gibt keine Interviews, ist Öffentlichkeitsscheu, lehnt Literaturperise ab und macht so ein großes Geheimnis um seine Person. Geboren wurde Patrick Süskind am 26.03.1949 in Ambach am Starnberger See (Bayern). Sein Vater arbeitete nach dem Geschichtsstudium als Schriftsteller bei der Süddeutschen Zeitung. Patrick Süskind tat dies seinem Vater gleich und studierte ebenfalls Geschichte in München und in Aix-en-provence. Nach seinem Studium versuchte sich Patrick Süskind zunächst ohne Erfolg als Autor. Mit seinem Einmannbühnenstück “Der Kontrabass” von 1981. Seinen endgültigen Durchbruch schaffte Patrick Süskind 1985 mit dem Roman Das Parfum.

Heute lebt Patrick Süskind zurückgezogen in München oder in Frankreich. Einst gab er der Journalistin Edith Lier ein einmaliges Interview und versprach ihr im Jahre 2019, zu seinem 70sten Geburtstag, das Geheimnis um seine Person zu lüften.

Werke von Patrick Süskind:

  • 1981: Der Kontrabass
  • 1981: Monaco Franze – Der ewige Strenz
  • 1981: Kir Royal
  • 1985: Das Parfum
  • 1987: Die Taube
  • 1991: Die Geschichte von Herrn Sommer
  • 1996: Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
  • 2005: Vom Suchen und Finden der Liebe

Das Parfum – der Roman (Fakten)

Juni 10, 2009 by  
Filed under Das Parfum - Der Roman

  • Title: Das Parfum, Die Geschichte eines Mörders
  • Autor: Patrick Süskind
  • Erschienen: 1985
  • Verlag: Diogenes
  • Anzahl übersetzter Sprachen: 41
  • Verkaufte Exemplare: > 12 Millionen
  • Umschlag: Nymphe et Satyre ou Jupiter et Antiope von Antoine Watteau von 1715
  • Anzahl der Seiten: 320
  • Anzahl der Kapitel: 51
  • Unterteilungen: 4

Literatur zu “Das Parfum”

Juni 2, 2009 by  
Filed under Das Parfum - Der Roman

In diesem Beitrag empfehlen wir Ihnen ganz gezielt Literatur zu dem Roman Das Parfum von Patrick Süskind. Welche Sekundärliteratur und Interpretationshilfen gibt es für Leser und Schüler? Wo finden Sie Informationen zum Thema Parfum, die Herstellung, Hintergründe und Bezüge zum Roman und die Parfum Marken? Read more